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Schlösser und Festungen

Schlösser und Festungen

Zwischen den Schlössern des Herzogtums Parma und Piacenza
Rundreise entlang der Mathilde-Schlösser
Straße „Terre Estensi”
Entlang der Via Emilia nach Imola und in den Bologneser Apennin
Das antike Manfredi-Schloss
Schlösser und Festungen der Malatesta

 

Zwischen den Schlössern des Herzogtums Parma und Piacenza

Betürmt, rätselhaft, malerisch, fürstlich und exklusiv: so sind die Schlösser entlang der Straße des Herzogtums Parma und Piacenza. In einigen Schlössern kann man an abendlichen Banketten in historischer Verkleidung teilnehmen und dabei den Minnesängern zuhören. Viele werden von der Festung San Vitale in Fontanellato begeistert, die von einem mit Wasser befüllten Graben (eines der wenigen Orte mit einem „echten“ Wassergraben in Italien) umgeben ist. Ein weiterer fesselnder Ort ist die Meli-Lupi- Festung mit angrenzendem Park in Soragna. Romantik pur erleben Sie im Schloss in Roccabianca und in der Rossi-Festung in San Secondo Parmese. Diese Orte waren Schauplatz einer leidenschaftlichen Liebensgeschichte zwischen Pier Maria Rossi und seiner hübschen Geliebten Bianca Pellegrini. In dieser Gegend ist auch der prachtvolle Palast Reggia di Colorno unbedingt sehenswert. Jeder historische Herrensitz ist mit einer Geschichte verbunden. Herausragende Beispiele sind die Festung Bardi bei Fornonovo, die in der Vergangenheit Streitgegenstand zwischen zwei Herrschergeschlechtern gewesen war, das Schloss in Montechiagurolo mit einer atemberaubenden Aussicht auf das Enza-Tal, das Schloss Fellino, das eine wunderschöne Kulisse für Tagungen und Ausstellungen bietet, das betürmte Schloss Compiano mitten in den Trüffelwäldern des suggestiven Taro-Tals. Hinzuzufügen sind die Festung in Sala Baganza, die als Sommerresidenz der Farnese diente, sowie das Schloss Torrechiara, eines der best erhaltenen Schlösser der Region: zu seinen zahlreichen Reichtümern zählt auch der an die höfische Liebe inspirierte Goldene Saal.

Wo: Fontanellato (PR), Soragna (PR), San Secondo Parmense (PR), Colorno (PR), Fornovo (PR), Felino (PR), Canossa (RE), Sala Baganza (PR), Langhirano (PR)

Rundreise entlang der Mathilde-Schlösser

Eine Reise entlang der Mathilde-Schlösser schenkt Ihnen großartige Erlebnisse. Die klassische Route startet in Reggio Emilia und führt durch die Gemeinden Cavriago und Bibbiano hinauf nach Quattro Castella. Dort steht das Schloss Bianello (mit historischen Spektakeln am letzten Maisonntag). Es handelt sich um das letzte Schloss, das sich von den vier nahe liegenden Schlössern erhalten hat. Die Besichtigungsroute führt durch eine unberührte Naturlandschaft nach Canossa. Entlang der Straße kann man an der kleinen Kirche Chiesa della Madonna della Battaglia einen Halt machen. Mathilde ließ sie als Andenken an einen Siegeskampf gegen das Kaiserliche Heer im Jahre 1092 errichten. Heute ist von der beeindruckenden Festung Canossa, dem Ort der legendären, vom Papst Gregor VII vorgeschriebenen Buße des Kaisers Heinrich IV, nur wenige Ruinen geblieben, die von der vergangenen Größe zeugen: die Überreste einer Krypta der Kirche San Apollonio, die Mauern des Palazzo dei Ruggeri (16. Jh.), kleine und große Türme, eine Zisterne. In dem kleinen, neu restaurierten Nationalmuseum „Naborre Campanini“ sind einige wertvolle Fundstücke, unter anderem ein monolithischer Taufbecken aus dem 12. Jh., aufbewahrt. Auf dem westlichen Felsenteil erhebt sich das mächtige Schloss Rossena, die wichtigste Verteidigungsanlage in Canossa. Auf dem Rückweg in die Stadt kann man in Votigno anhalten, um in der ganz aus dem lokalen Gestein gebauten, putzigen Altstadt einen Spaziergang zu machen. In Votigno befi ndet sich übrigens der Sitz eines wichtigen Zentrums für tibetanische Kultur. Von der Landstraße SS 63 kann man kurz vor Reggio Emilia die Villa d’Este aus dem 18. Jh. erblicken, die von einem künstlichen Wasserbecken umgeben ist. Es handelt sich um einen schönen Herrensitz der Este, der einst als Vergnügungsort diente.

Wo: Cavriago (RE), Bibbiano (RE), Canossa (RE), Votigno (RE)

Straße „Terre Estensi”

Auch in Modenas Umgebung sind großartige Herrenhäuser und Schlösser zu besichtigen. Wenn man die Besichtigungszeit etwas verkürzt, kann man alle geschichtsträchtigen Bauten entlang der Straße „Terre Estensi“ sogar an einem Tag sehen. Das Castello delle Rocche in Finale Emilia ist ein charakteristisches Schloss des Mittelalters mit einer typischen Entwicklungsgeschichte: es wurde um das Jahr 1000 zur Verteidigungszwecken errichtet und später in der Renaissance zu einer prächtigen Residenz umgestaltet. Die Rocca in San Felice sul Panaro ist hingegen eine gewaltige viereckige Festung mit Ecktürmen. Dort wohnte im Jahre 1511 Papst Giulio II. In Carpi machte das Geschlecht der Pio das feudale Städtchen zu einen kleinem Machtzentrum der Renaissance. Das Herz der Stadt bildet die Piazza Martiri aus dem 15. Jh., auf die Pio-Festung mit Zinnen, Wachtürmen und einem wunderschönen Hof von Bramante blickt. In den Innensälen kann man Fresken aus der Renaissance-Zeit bewundern. Das Geschlecht Pio hatte zusammen mit den Este die Festung Formigine in einen herrlichen Bau verwandelt. Dasselbe geschah mit dem Schloss Spezzano, in dessen Sala dei Casti alle Schlösser, Dörfer und Weiler im Besitztum der Pio dargestellt sind. Zuletzt sind das Schloss in Levizzano Rangone, das bereits in Urkunden aus der Zeit vor dem Jahr 1000 erwähnt wurde, sowie das mittelalterliche Schloss in Sestola, das auf einem für militärische Bauten typischen Sterngrundriss auf dem Gipfel eines steilen Berghangs errichtet wurde, zu nennen..

Wo: Finale Emilia (MO), San Felice sul Panaro (MO), Carpi (MO), Formigine (MO), Levizzano Rangone (MO), Spezzano (MO), Sestola (MO)

Entlang der Via Emilia nach Imola und in den Bologneser Apennin

Für diesen Ausflug muss man einen ganzen Tag einkalkulieren. Wenn man ihn noch im Frühling unternimmt, kann man einen herrlichen Tag erleben. Von Bologna fährt man in Richtung Toskana den Apennin hinauf. Die Strecke beginnt in Ozzano Emilia und bereits nach sechs Kilometern Aufstieg in Richtung Settifonti taucht man in eine unberührte Natur der Hügellandschaft hinein: es ist der Regionalpark Parco Regionale dei Gessi Bolognesi e dei Calanchi dell’Abbadessa mit dem mittelalterlichen Weiler San Pietro und der nahen Abtei Monte Armato. Während des Abstiegs zur Via Emilia erreicht man Castel San Pietro Terme, dessen Festungsanlage durch die Herrscher von Bologna 1198 errichtet wurde. Heute ist Castel Bolognese ein hübscher Kurort für Wellness- und Sommeraufenthalte. Eher zum Träumen stimmt dagegen Dozza Imolese ein. Seine niedrigen Häuschen wurden von international anerkannten Künstlern mit Wandmalereien geschmückt. Ein Aufstieg auf der Hauptstraße endet an der mächtigen Sforza-Festung am Hügelgipfel. Darin ist die Regionale Weinkellerei (Enoteca Regionale) untergebracht. Viele kennen Imola wegen der Formel-Eins-Rennen, doch in Wirklichkeit ist es eine schöne Kunststadt mit belaubter Altstadt, dem Palazzo Tozzoni und zahlreichen, geschichtlich wertvollen Klöstern und Kirchen. Vom Imola nimmt man den Weg wieder in Richtung Apennin. Unterwegs erwarten Sie faszinierende Landschaften und kleine Dörfer: Casalfi Umanese, der bewohnte Turm in Sassoleone, der Weiler Tossignano mit dem Palazzo Baronale, Fontanelice mit dem Alidosi-Turm und zum Schluss Castel del Rio mit dem ansehnlichen Alidosi-Schloss, dem Kriegsmuseum (Museo della Guerra), dem einmaligen Kastanien-Museum (Museo del Castagno) und der wunderschönen Buckelbrücke von Alidosi.

Wo: Ozzano nell'Emilia (BO), Castel San Pietro Terme (BO), Dozza (BO), Imola (BO), Sassoleone (BO), Borgo Tossignano (BO), Fontanelice (BO), Castel del Rio (BO)

Das antike Manfredi-Schloss

Das Schloss liegt abseits der Massentourismusroute, doch gerade darin besteht der Reiz des antiken Weilers Oriolo dei Fichi. Bei seiner Besichtigung können Sie Ihren Entdecker- und Forschergeist voll ausleben. Außerhalb der Stadt liegt in 8 km Entfernung auf den ersten Anhöhen von Faenza (für eine Wanderung oder eine Fahrradtour sehr gut geeignet!) der Weiler Oriolo dei Fichi. Dort erhebt sich in seiner adeligen Gestalt la Torre, d.h. der Turm, der als einziger Bau von dem Schloss (1476) der Herren von Faenza aus dem Geschlecht Manfredi übrig geblieben ist. Der Turm war eine Bastion der alten Festung und diente als Sichtstelle gegen die gefürchteten Angriffe der Feinde. Heute befindet sich im Turm von Oriolo dei Fichi ein kleines Museum mit archäologischen Funden und einer Verkaufausstellung der typischen lokalen Produkte, wie die DOC- und DOCG Weine der Sangiovese-Straße und der kulinarischen Weinstraße der Hügel von Faenza. Die poetische Atmosphäre dieses rätselhaften Ortes ist vor allem der sanften und an Renaissance-Landschaften erinnernden Naturumgebung zu verdanken. Neben dem Turm breitet sich der wunderschöne Parco delle Ginestre (Ginsterpark) aus. Es ist eine geschützte Naturoase, in der man Neste seltener Vogelarten beobachten kann. Am Turm von Oriolo dei Fichi führen verschiedene Wander- und Spazierwege vorbei: San Biagi Antico, San Mamante und Corolla delle Ginestre.

Wo: Faenza (RA)

Schlösser und Festungen der Malatesta

In der gesamten Umgebung von Rimini sind Schlösser und Herrenhäuser verstreut. Wenn man sich allmählich von der Küste entfernt, erblickt man immer mehr Burgen, Türme, Schlösser und Festungen auf zahlreichen steilen Hügelhängen. All diese Bauten hatten nur einen Besitzer: das mächtige Herrschergeschlecht der Malatesta. Mit diesem ausgefeilten Wehrsystem konnten die feindlichen Übergriffe des Feindes überwacht werden. Doch die Schlösser mussten dabei noch schön sein, weil sie auch als repräsentative Herrenhäuser dienten. Dies macht die Besichtigungsroute besonders faszinierend. Von wo soll man nun beginnen? Gleich nach dem Verlassen der Stadt Rimini in Richtung des Marecchia-Tals (Valmarecchia) begegnet man die ersten Malatesta- Bauten. Sehenswert sind auch die Festungen in Santarcangelo und Verucchio, die Wiege des Fürstentums der Malatesta. Ganz in der Nähe stehen sich gegenüber zwei Schlösser: Torriana und Montebello. In Montebello schwebt in der Festung des Geschlechts Guidi di Bagno der Geist der unter unklaren Umständen verschwundenen Tochter Azzurrina. Weiter in Richtung Valconca ist die glanzvolle Festung Montefi ore, in der Könige, Päpste und Kaiser zu Besuch hausten, zu besichtigen. Ein ganz anderer Stil herrscht im Schloss und in der Altstadt in Montegridolfo vor. Das zerfallene Dorf Montegridolfo wurde von der Modedesignerin Ferretti erworben und vollständig, von den Dorfhäusern bis zum Kopfsteinpfl aster, restauriert. Heute befi nden sich dort neben einem Luxushotel zahlreiche Osterien und Handwerkläden mit typischen lokalen Erzeugnissen.

Wo: Santarcangelo di Romagna (RN), Verucchio (RN), Torriana (RN), Montefiore Conca (RN), Montegridolfo (RN)

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